12.03.2017

Schlaganfall – jede Sekunde zählt


Patienteninfo-Reihe gibt Tipps zum schnellen Erkennen und Handeln
 
Das Knappschaftsklinikum Saar lädt alle Interessierten zu einem Informationsabend zum Thema „Schlaganfall – jede Sekunde zählt“ ein. Der Vortrag findet am 3. April 2017, 18 Uhr, in der Verwaltungsetage des Krankenhauses Sulzbach statt. Neben dem rechtzeitigen Erkennen stehen moderne Therapieverfahren im Mittelpunkt des Vortrags. Dabei erfahren die Besucher wie wichtig es ist, bereits bei den ersten Anzeichen keine Zeit zu verlieren und wie die neuen Lysetherapien in der Sulzbacher Stroke Unit (Schlaganfallstation) erfolgreich zum Einsatz kommen. Im Anschluss beantwortet Dr. Michael Gawlitza, Chefarzt der Klinik für Neurologie, gerne die Fragen der Zuhörer.
 
Rund 200.000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Immer häufiger sind junge Menschen und Kinder betroffen. Als Gründe für einen Schlaganfall kommen Arterienverkalkung, Gefäßmissbildungen und Herzfehler in Frage. Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache. Rund 20 Prozent sterben innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Alarmierende Zahlen, die Schlaganfall nach Krebs- und Herzerkrankungen zur dritthäufigsten Todesursache in Deutschland machen.
 
Zeit ist Gehirn
 
Für kaum eine andere Erkrankung ist schnelles Eingreifen so wichtig. Verstopft beispielsweise eine Gehirnarterie durch Fett- oder Kalkablagerungen, werden umliegende Areale nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt. Je mehr Zeit verstreicht, umso mehr Gehirngewebe geht dabei für immer verloren. „Ein modernes zeitnahes Management beim Schlaganfall setzt eine fachübergreifende Diagnostik und Therapie mit einer Zusammenarbeit zwischen Neurologen, Radiologen und Gefäßchirurgen ‚rund um die Uhr’ voraus, die das Knappschaftsklinikum Saar bietet“, so Dr. Michael Gawlitza. Es gibt moderne Verfahren, um diese Verstopfung der Gehirnarterien aufzulösen, beispielsweise die „Thrombolyse“ (Blutpfropf-Auflösung). Thromben, die sich mit dieser Methode nicht ausreichend auflösen, können unmittelbar nach ihrer Lokalisation mit einem Katheter, der bis in die Hirngefäße vorgeschoben wird, entfernt werden. Der Katheter ähnelt dabei einem Stent. Er wird über einen Führungsdraht in den frischen Thrombus geschoben, entfaltet und danach zusammen mit dem Thrombus aus dem Gefäß herausgezogen.
 
Risikofaktoren erkennen und ausschalten
 
Ursache für zahlreiche Schlaganfälle sind oftmals Verengungen in der Halsschlagader. Risikofaktoren, wie hoher Blutdruck, hohe Fettwerte, Diabetes, Erkrankungen der Herzkranzgefäße und Durchblutungsstörungen der peripheren Gefäße sowie bei Rauchern führen oft zu Verengungen in den Gefäßen. Eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße hilft, diese Engstellen frühzeitig zu erkennen. Medikamentöse Therapien, eine Operation an der Halsschlagader oder der Einbau eines Stents können den Schlaganfall verhindern.
 
Weitere Informationen unter www.kksaar.de